„Du musst auch mal loslassen.“
„Genieß doch mal Zeit für dich.“
„Das Baby kann doch auch mal bei Oma bleiben.“
Sätze wie diese hören viele Mütter schon kurz nach der Geburt. Gut gemeint – und trotzdem lösen sie bei manchen Mamas Druck, Schuldgefühle oder Unsicherheit aus. Denn die Wahrheit ist: Es gibt viele Frauen, die ihr Baby nicht oder nur sehr schwer abgeben können.
Die Bindung beginnt nicht erst nach der Geburt
Schon während der Schwangerschaft entsteht eine tiefe Verbindung zwischen Mama und Baby. Der Körper stellt sich auf Schutz, Nähe und Fürsorge ein. Nach der Geburt wird diese Bindung durch Hormone wie Oxytocin zusätzlich verstärkt. Nähe ist biologisch gewollt – nicht „übertrieben“.
Wenn eine Mutter ihr Baby am liebsten ständig bei sich haben möchte, ist das oft kein Zeichen von „Klammern“, sondern Ausdruck einer natürlichen Bindung.
Manche Babys brauchen besonders viel Nähe
Nicht jedes Baby ist gleich. Manche Kinder sind sehr sensibel, brauchen viel Körperkontakt oder lassen sich nur von Mama beruhigen. Das kann anstrengend sein – aber auch völlig normal.
Viele Mütter spüren intuitiv:
„Mein Baby braucht mich gerade besonders.“
Und oft stimmt das auch.
Erfahrungen und Ängste spielen eine Rolle
Es gibt viele persönliche Gründe, warum das Abgeben schwerfallen kann:
- schlechte Erfahrungen bei früheren Trennungen
- eine belastende Geburt
- Ängste, dass das Baby nicht richtig verstanden wird
- das Gefühl, ständig funktionieren zu müssen
- fehlendes Vertrauen in andere Betreuungspersonen
- hohe Erwartungen von außen
Manche Mamas haben außerdem selbst wenig Sicherheit oder Geborgenheit erlebt und möchten ihrem Kind genau das geben, was ihnen vielleicht gefehlt hat.
Gesellschaftlicher Druck macht vieles schwerer
Heute sollen Mütter gleichzeitig liebevoll, entspannt, unabhängig, organisiert und selbstfürsorglich sein. Ein kaum erreichbarer Anspruch.
Während die einen gefragt werden, warum sie ihr Baby „immer noch“ nicht abgeben, fühlen sich andere schuldig, wenn sie einmal eine Pause brauchen. Egal wie man es macht – irgendjemand bewertet es.
Dabei gibt es keinen richtigen Zeitpunkt fürs Loslassen.

Nähe verwöhnt kein Baby
Ein weit verbreiteter Mythos ist, dass zu viel Nähe Kinder unselbstständig macht. Doch das Gegenteil ist oft der Fall: Kinder, die sich sicher und geborgen fühlen, entwickeln meist ein stärkeres Vertrauen in die Welt.
Nähe ist kein Fehler. Sie ist ein Bedürfnis.
Jede Mama darf ihren eigenen Weg gehen
Manche Mütter geben ihr Baby früh und gerne mal ab. Andere brauchen Monate oder länger, bis es sich richtig anfühlt. Beides ist okay.
Wichtig ist nicht, was andere erwarten – sondern was sich für Mama und Kind sicher und gut anfühlt.
Denn Bindung entsteht nicht durch perfekte Regeln, sondern durch Liebe, Feinfühligkeit und Vertrauen.

Vielleicht merkst du beim Lesen, dass du mal mit einer Fachperson darüber sprechen möchtest.
Dann melde dich gerne bei mir.
Wie läuft eine Mama-Beratung ab?
Ich passe meine Beratungsstunden immer Deiner persönlichen Lage an. Ich gebe dir den Raum, höre dir zu und stelle dir Fragen. Alles darf einmal gesagt werden, alles darf gefühlt werden. Und du bekommst Impulse und Tools an die Hand und gemeinsam finden wir Wege, wie du mit deinen Schuldgefühlen zukünftig besser umgehen kannst.
Zu den Beratungen kannst du dein Baby mitbringen, wenn sich in dieser Zeit niemand anderes darum kümmern kann. Damit du eher die Möglichkeit hast, dich ganz auf dich zu konzentrieren, biete ich auch Termine am späten Nachmittag, abends und am Wochenende an.
Ist auch eine Video-Beratung möglich?
Ja, auch eine Video-Beratung ist möglich. Wir treffen uns dann über Zoom (ich schicke dir einen Zoom-Link zu).
Was kostet eine individuelle psychologische Beratung?
Eine Beratungsstunde (60 Minuten) kostet 50 Euro.
Ein liebevoller Gedanke zum Schluss
Wenn du dein Baby gerade noch nicht abgeben kannst oder möchtest, musst du dich dafür nicht rechtfertigen. Vielleicht braucht dein Baby deine Nähe. Vielleicht brauchst du sie auch selbst.
Und vielleicht darf genau das einfach sein.
Denn Muttersein ist kein Wettbewerb im Loslassen – sondern eine Beziehung, die wachsen darf.
Liebe Grüße
Silke



